Eigentlich kann man sich nur wundern.
Einerseits rennen viele mit dem Handy am Ohr durch die Gegend und verkünden ihrem Gesprächspartner und damit in ihrem Geltungswahn auch ihrer unmittelbaren und zumeist uninteressierten Umgebung, ihre intimsten Erlebnisse, so das jeder Pavian neidisch auf die Wangen der peinlich berührten, zum Zuhören genötigten Mitmenschen wäre.
Andererseits regt sich eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung auf, wenn Worte wie "Bundestrojaner", "Google", "Facebock" oder neuerdings "EA Origin" fallen.
Man möchte seine Daten eigentlich nicht an Unternehmen preisgeben, doch legt man selbst bereitwillig Profile an, zeigt die neusten Fotos von sich, seinen Freunden, Verwandten oder Bekannte, im Urlaub, beim Sport, zu Hause, im Suff, damit bloß jeder erfährt, was man alles doch so wichtiges erlebt und getan hat, das es wert wäre, der Welt verkündet zu werden.
Manchmal ist weniger halt mehr.
Ich gebe zu, auch von mir schwirren Daten durchs Internet, viele bewußt veröffentlich, manche ungewollte.
Viele Angaben zu meiner Person entziehen sich wahrscheinlich meiner Kontrolle, aber ich bin gewillt, es nicht zu privat werden zu lassen. Und ich habe das Glück, das mein Name nicht einzigartig ist und es weit wichtigere, bekanntere und höher gestellte Menschen mit meinem Namen gibt.
Ich kann also hoffen, das Profile, die zu meiner Person erstellt werden oder bereits existieren, die ich nicht selbst angelegt habe, Daten von verschiedenen, anderen Namensvettern zusammentragen und somit fehlerhaft sind.
Aber wenn ein Datenschutzbeauftragter seine eigene Regierung rügen muß, dann sollte allen klar sein, das mit unserem Umgang mit unseren Daten etwas nicht stimmen kann. Wo liegen unsere Prioritäten?
Wenn Datenschutz vor Jugendschutz geht, dann hört mein Verständnis für das Gehabe mancher Menschen und den deutschen Rechtsstaat jedenfalls auf.